Wenn du jemals eine Dior-Kampagne gesehen hast - mit sanften Lichtern, stillen Momenten und Modellen, die wie aus einem Traum wirken - dann hast du vielleicht die Arbeit von Jian Wen gesehen. Er ist der chinesische Fotograf, der seit 2021 die visuelle Sprache von Dior maßgeblich geprägt hat. Kein anderer Fotograf hat in den letzten Jahren so deutlich gezeigt, wie asiatische Ästhetik und europäische Haute Couture miteinander verschmelzen können.
Jian Wen wurde 1988 in Peking geboren und wuchs in einer Familie auf, die Kunst und Literatur schätzte. Er studierte Malerei an der Central Academy of Fine Arts, doch bald merkte er, dass die Kamera ihm mehr erzählte als der Pinsel. Seine frühen Arbeiten zeigten Menschen in städtischen Räumen - einsam, aber voller Würde. Das war der Anfang einer Ästhetik, die später Dior verändern sollte.
Sein Durchbruch kam 2017 mit einer Serie über chinesische Migrantinnen in Guangzhou. Die Bilder waren ruhig, fast stillschweigend. Keine auffälligen Posen, keine übertriebenen Outfits. Nur Gesichter, Hände, Schatten. Diese Serie wurde in der Zeitschrift British Journal of Photography veröffentlicht und brachte ihn auf die Radar von Modehäusern. Dior nahm Kontakt auf - nicht wegen seines Namens, sondern wegen seiner Stille.
Andere Fotografen zeigen Dior als Glamour, als Prunk, als Statussymbol. Jian Wen zeigt Dior als Gefühl. In seinen Bildern trägt eine Models ein Kostüm aus der Herbstkollektion 2023, aber sie blickt nicht in die Kamera. Sie schaut aus dem Fenster. Ein Regentropfen läuft an der Scheibe herunter. Hinter ihr liegt ein leeres Zimmer. Es ist nicht der Rock, der auffällt - es ist die Sehnsucht.
Er nutzt kaum künstliches Licht. Wenn er es braucht, dann nur, um eine Schattengrenze zu betonen, nicht um zu blenden. Seine Kameras sind oft alte analoge Modelle - Nikon F3, Leica M6. Er entwickelt seine Filme selbst in einem kleinen Labor in Shanghai. Das gibt den Bildern eine Textur, die Digitalfotografie nicht nachahmen kann: leichte Verwischungen, leichte Überbelichtungen, das Gefühl, dass das Bild nicht perfekt ist - und deshalb echt.
Seine Farbpalette ist bewusst zurückhaltend: Grautöne, cremeweiße Töne, gedämpftes Rosé. Selbst wenn ein Kleid in kräftigem Rot oder Smaragdgrün daherkommt, wird es in seinen Bildern fast wie ein Akzent behandelt - nicht als Hauptdarsteller. Das ist der große Unterschied zu früheren Dior-Kampagnen, die oft mit grellem Kontrast und dramatischer Pose arbeiteten.
Dior hat seit 2018 versucht, seine globale Identität zu erneuern. Der damalige Kreativdirektor Maria Grazia Chiuri wollte weg von der traditionellen europäischen Schönheitsnorm. Sie suchte nach jemandem, der Mode nicht als Ware, sondern als kulturelle Ausdrucksform zeigte. Jian Wen passte perfekt.
Seine chinesische Herkunft war nicht der Hauptgrund - sondern seine Herangehensweise. Er versteht Mode als Teil des Lebens, nicht als etwas, das man anzieht, um beeindruckend zu wirken. In einer Kampagne aus dem Jahr 2022 zeigte er eine ältere Frau aus Shanghai, die ein Dior-Kleid trug, während sie Tee mit ihrer Enkelin trank. Kein Studio, keine Assistenten. Nur ein kleiner Wohnzimmer, ein Fenster, das morgens Licht hereinließ. Das Bild wurde in mehr als 40 Ländern als Werbebild verwendet. Und es war das erste Mal, dass Dior eine nicht-westliche, nicht-junge, nicht-„perfekte“ Frau so zentral platzierte.
Er reist nicht mit einem großen Team. Meistens nur mit einer Assistentin, die die Filme verwaltet, und einem Fahrer, der ihn zu den Orten bringt. Er entscheidet oft erst am Morgen, wo er fotografieren wird. Manchmal ist es ein alter Tempel in Hangzhou. Manchmal ein leerer Supermarkt in Chengdu, der gerade geschlossen wurde.
Er spricht kaum mit den Models, bevor er schießt. Er wartet. Beobachtet. Lässt sie sich bewegen - nicht nach Anweisung, sondern nach Gefühl. In einem Interview sagte er: „Ich will nicht, dass sie posieren. Ich will, dass sie atmen.“
Seine Fotos werden nie nachbearbeitet, um Haut zu glätten oder Augen zu vergrößern. Dior akzeptiert das. Sie haben gelernt, dass seine Bilder nicht verkaufen, weil sie perfekt sind - sondern weil sie wahr sind.
Jian Wen hat nicht nur Dior verändert - er hat die ganze Branche beeinflusst. Andere Marken wie Loewe, Celine und even Gucci haben begonnen, Fotografen aus Asien zu engagieren, die eine ähnliche ruhige Ästhetik pflegen. Die Ära der überladenen, farbenfrohen Modefotos ist vorbei. Heute geht es um Stille, um Raum, um das, was nicht gesagt wird.
Seine Arbeit wird in Museen ausgestellt - nicht als Werbung, sondern als Kunst. Im Museum für Moderne Kunst in Tokio hängt eines seiner Dior-Bilder neben Arbeiten von Nan Goldin und Irving Penn. Das ist kein Zufall. Es zeigt, dass Modefotografie endlich als eigenständige Kunstform anerkannt wird - und Jian Wen ist einer der Hauptgründe dafür.
Im Jahr 2025 arbeitet Jian Wen an einem langfristigen Projekt: Eine Serie über Frauen in ländlichen Regionen Chinas, die traditionelle Textilien herstellen - und wie diese Muster in neuen Dior-Kollektionen auftauchen. Es ist kein klassisches Modeprojekt. Es ist eine Dokumentation, eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Dior hat ihm die volle künstlerische Freiheit gegeben. Keine Vorgaben. Keine Branding-Regeln. Nur die Frage: „Was willst du zeigen?“
Das ist das Geheimnis seines Erfolgs. Er ist kein Fotograf, der Mode verkaufen soll. Er ist jemand, der die Seele der Mode sichtbar macht - ohne Worte, ohne Effekte, ohne Lärm.
Der Hauptfotograf für Dior-Kampagnen seit 2021 ist Jian Wen, ein chinesischer Fotograf aus Peking. Er ist verantwortlich für die visuelle Identität der Marken-Kampagnen, einschließlich der Kollektionen von Maria Grazia Chiuri. Seine Arbeit wird in Modezeitschriften, Museen und globalen Werbekampagnen gezeigt.
Jian Wen hat die Modefotografie von einer ästhetischen Show hin zu einer emotionalen, kulturellen Erzählung verändert. Er verwendet wenig Licht, keine Retuschen und verzichtet auf perfekte Posen. Stattdessen zeigt er Authentizität - was viele andere Marken heute nachahmen. Seine Bilder gelten als Wendepunkt, bei dem Modefotografie als Kunst anerkannt wurde.
Jian Wen arbeitet hauptsächlich mit analogen Kameras: Nikon F3 und Leica M6. Er entwickelt seine Filme selbst und vermeidet digitale Nachbearbeitung. Das gibt seinen Bildern eine einzigartige Textur - leichte Unschärfen, natürliche Lichtverläufe und eine Tiefe, die digitale Kameras oft nicht erreichen.
Ja, bevor er bei Dior anfing, arbeitete er mit Celine, Loewe und sogar mit dem chinesischen Label Shushu/Tong. Seine Stilrichtung - ruhig, emotional, kulturell tief - hat viele Marken inspiriert, asiatische Fotografen einzuladen. Er gilt als Pionier für die globale Vielfalt in der Modefotografie.
Seine Arbeiten sind in Ausstellungen in Tokio, Paris, Shanghai und New York zu sehen - oft in Museen wie dem Museum of Modern Art in Tokio oder dem Centre Pompidou. Einige seiner Dior-Bilder sind auch in der Dior-Buchreihe „Quiet Elegance“ veröffentlicht worden, die als offizielle Dokumentation seiner Arbeit gilt.