Wenn du dir Bilder von Models auf Laufstegen oder in luxuriösen Studios ansiehst, fragst du dich vielleicht: Verdienen Modefotografen wirklich viel Geld? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt davon ab, wer du bist, wo du arbeitest und wie du dich positionierst. Einige Modefotografen verdienen sechs Ziffern pro Shoot, andere kämpfen mit Miete und Kamera-Reparaturen. Es gibt keinen festen Lohn, keine feste Stelle - nur ein wildes, kreatives Rennen, das nur wenige gewinnen.
In der Schweiz liegt das durchschnittliche Jahresgehalt für freiberufliche Modefotografen zwischen 50.000 und 80.000 CHF - aber das ist kein Standard. Das ist der Mittelwert aus Hunderten von Menschen, die mal 2.000 CHF pro Tag verdienen und mal drei Monate ohne Auftrag sitzen. Wer bei großen Marken wie Hugo Boss, Zara oder Louis Vuitton arbeitet, kann für einen einzigen Shoot zwischen 5.000 und 20.000 CHF bekommen. Das klingt nach viel, aber das ist nur ein Teil der Geschichte.
Die meisten Modefotografen arbeiten nicht für diese Top-Marken. Sie arbeiten für kleine Labels, lokale Modelagenturen oder machen eigene Projekte. Da verdient man oft zwischen 100 und 400 CHF pro Shoot. Einige machen sogar kostenlos, nur um ihre Portfolio zu füllen. Das ist kein Beruf, den du mit dem Gedanken beginnst: „Ich will reich werden.“ Du beginnst, weil du Bilder liebst - und hoffst, dass die Welt das auch sehen wird.
Es gibt fünf Faktoren, die entscheiden, ob du im oberen oder unteren Bereich landest.
Du siehst das Bild: Ein Model in einem Seidenkleid, Licht wie aus einem Traum, Hintergrund aus Wolken. Das ist das Ergebnis von 14 Stunden Arbeit, drei Crew-Mitgliedern, einem Stylisten, einem Make-up-Artist, einem Assistenten, zwei Transportern und einer Kamera, die 12.000 CHF kostet. Und das ist nur ein Tag.
Davor standen Monate der Recherche, der Proben, der Verhandlungen, der E-Mails, der Rechnungen, der Steuererklärungen. Du bist nicht nur Fotograf. Du bist Produzent, Buchhalter, Projektmanager, Marketing-Experte und manchmal auch Therapeut, wenn das Model am Morgen weint, weil es sich nicht gut fühlt.
Und wenn der Shoot vorbei ist? Dann kommen 60 Stunden Nachbearbeitung. Jedes Bild wird einzeln bearbeitet. Farben angepasst. Haut geglättet. Hintergründe ersetzt. Das ist keine Photoshop-Action. Das ist Handarbeit. Und du zahlst dafür. Die Software, der Monitor, der Speicherplatz - alles kostet Geld. Einige Fotografen geben 20 % ihres Einkommens nur für Technik und Software aus.
Es gibt keinen Weg, der sicher ist. Aber es gibt einen Weg, der funktioniert - wenn du geduldig bist.
Ja, es gibt sie. Der Fotograf, der für Chanel arbeitet und jedes Jahr nach New York fliegt. Der, dessen Bilder in den Louvre hängen. Der, der ein Buch veröffentlicht und von der New York Times interviewt wird. Sie verdienen 200.000 CHF und mehr pro Jahr. Aber es gibt nur ein Dutzend solcher Menschen weltweit. Und sie haben 15 Jahre gebraucht, um dorthin zu kommen.
Sie haben nie einen 9-to-5-Job gehabt. Sie haben nie einen Urlaub ohne Kamera gemacht. Sie haben ihre Beziehungen, ihre Gesundheit, manchmal sogar ihre Beziehungen geopfert. Sie sind nicht reich, weil sie talentiert sind. Sie sind reich, weil sie unbeirrt waren.
Wenn du nach Sicherheit suchst - nach monatlichem Lohn, nach Krankenversicherung, nach Ferien - dann ist Modefotografie nicht der richtige Weg. Du bist nicht angestellt. Du bist ein Einzelunternehmer. Du bist verantwortlich für alles. Wenn du krank wirst, verdienst du nichts. Wenn deine Kamera kaputt geht, musst du sie selbst bezahlen. Wenn du keine Aufträge hast, hast du kein Einkommen.
Und es ist einsam. Du arbeitest oft allein. Du bist der letzte, der das Studio verlässt. Du bist der erste, der aufsteht, um das Licht zu testen. Du bist der einzige, der die Rechnungen zahlt.
Du wirst oft abgelehnt. Du wirst ignoriert. Du wirst gesagt bekommen, dass deine Bilder „nicht trendy“ sind. Du wirst dich fragen, ob du das alles wert bist. Das ist der Preis.
Es lohnt sich, wenn du Bilder liebst - nicht den Ruhm, nicht das Geld, nicht die Anerkennung. Es lohnt sich, wenn du den Moment liebst, in dem das Licht perfekt auf die Schulter eines Models fällt und du weißt: Das ist es. Das ist der Moment, den du seit drei Jahren suchst.
Es lohnt sich, wenn du bereit bist, 10 Jahre zu warten, bis du deine erste große Zeitschrift bekommst. Es lohnt sich, wenn du bereit bist, deine Freizeit, deine Nächte, deine Reisen dafür zu opfern.
Es lohnt sich, wenn du nicht aufhören kannst, zu fotografieren - egal ob du bezahlt wirst oder nicht.
Und wenn das bei dir der Fall ist? Dann fang an. Kaufe keine neue Kamera. Kaufe ein Buch über Licht. Gehe raus. Fotografiere. Wieder und wieder. Und warte. Nicht auf Erfolg. Auf dich selbst.
Die meisten freiberuflichen Modefotografen in der Schweiz verdienen zwischen 50.000 und 80.000 CHF pro Jahr. Wer bei großen Marken arbeitet, kann mehr verdienen - aber viele verdienen weniger, besonders am Anfang. Es gibt keinen festen Lohn, nur schwankende Einkünfte.
Nein, ein Abschluss ist nicht nötig. Viele erfolgreiche Modefotografen haben keine Ausbildung. Was zählt, ist dein Portfolio, deine Vision und deine Fähigkeit, mit Menschen zu arbeiten. Ein Studium kann helfen, aber es ist kein Türöffner.
Du kannst die Nachbearbeitung von zu Hause aus machen, aber die meisten Shootings finden außerhalb statt - in Studios, auf Straßen, in Ateliers. Modefotografie ist ein Beruf, der Bewegung erfordert. Wer zu Hause bleibt, bleibt auch unsichtbar.
Es dauert durchschnittlich 3 bis 5 Jahre, bis du regelmäßig Geld verdienst. Die ersten zwei Jahre sind meist kostenlos oder schlecht bezahlt. Du baust dein Portfolio, dein Netzwerk und deine Reputation auf - und das kostet Zeit und Geduld.
Modefotografie ist kein Geschlechterberuf. Es gibt genauso viele erfolgreiche Frauen wie Männer. Einige der einflussreichsten Modefotografen der letzten 20 Jahre waren Frauen - wie Corinne Day, Annie Leibovitz oder Petra Collins. Talent und Haltung zählen, nicht das Geschlecht.