Wenn du gerade mit der Fotografie anfängst, steht dir eine einfache, aber wichtige Frage bevor: Welche DSLR solltest du kaufen? Canon oder Nikon? Beide Marken haben jahrzehntelange Erfahrung, Millionen zufriedener Nutzer und Kameras, die für Anfänger perfekt geeignet sind. Aber sie sind nicht gleich. Und die Wahl zwischen ihnen kann deine ersten Schritte als Fotograf entscheidend beeinflussen.
Es geht nicht darum, die teuerste oder leistungsstärkste Kamera zu haben. Es geht darum, dass du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: Licht, Komposition, Auslösen. Eine gute Einstiegskamera sollte einfach zu bedienen sein, aber genug manuelle Kontrolle bieten, damit du lernst. Sie sollte klare Bilder liefern, auch bei schlechtem Licht, und ein leicht verständliches Menü haben. Und sie muss dich nicht frustrieren, wenn du etwas falsch machst.
Beide Marken - Canon und Nikon - bieten genau das. Aber sie tun es auf unterschiedliche Weise. Canon setzt auf Benutzerfreundlichkeit. Nikon setzt auf Präzision. Beides ist gut. Aber für wen ist was besser?
Canon hat sich seit Jahren auf Anfänger konzentriert. Die Menüs sind klar, die Farben sind lebendig, und die Autofokus-Systeme reagieren schnell, selbst wenn du ein sich bewegendes Kind oder einen Hund fotografiertest. Die EOS R50, die 2025 als neueste Einstiegs-DSLR auf den Markt kam, ist ein Paradebeispiel dafür.
Die EOS R50 hat einen 24-Megapixel-Sensor, einen ausgezeichneten Dual Pixel AF, und ein Touchscreen-Display, das sich genauso einfach bedienen lässt wie ein Smartphone. Du kannst mit dem Finger auf das Motiv tippen - und die Kamera scharfstellt, als wäre sie auf dich programmiert. Das ist kein Zufall. Canon hat jahrelang getestet, wie Anfänger mit Kameras umgehen. Und sie haben gelernt: Weniger Menüs, mehr Direktheit.
Dazu kommt: Canon hat die größte Auswahl an günstigen Objektiven. Ein 50 mm f/1.8-Objektiv kostet hier gerade mal 90 Euro. Es ist klein, leicht und macht unglaublich schöne Porträts mit unscharfem Hintergrund. Du kannst damit anfangen, ohne eine große Investition zu tätigen. Und wenn du später mehr willst - es gibt Hunderte kompatible Objektive, alte und neue, gebrauchte und neue.
Nikon hingegen ist die Marke, die Fotografen mit technischem Interesse anspricht. Die D3500, die 2025 noch immer als beliebteste Einstiegs-DSLR verkauft wird, ist kein technisches Wunderwerk - aber sie ist ehrlich. Sie zeigt dir, wie Licht funktioniert. Sie erlaubt dir, manuell zu experimentieren, ohne dich mit überflüssigen Funktionen zu überfordern.
Der Sensor ist 24 Megapixel groß, genau wie bei Canon. Aber die Farben sind natürlicher, weniger gesättigt. Das ist kein Nachteil - es ist ein Vorteil, wenn du später in der Bildbearbeitung arbeitest. Du hast mehr Spielraum, weil die Daten nicht schon vorab verfälscht wurden. Nikon liefert Rohdateien (NEF), die sich besser bearbeiten lassen als viele Canon-Dateien (CR3).
Die Bedienung ist etwas komplexer. Die Menüs sind dichter, die Tasten weniger intuitiv. Aber das ist kein Fehler - das ist eine Lehre. Nikon will, dass du lernst, warum du etwas tust. Du musst den Modus selbst wählen, die Blende manuell einstellen, den ISO-Wert anpassen. Es fühlt sich an, als würdest du mit einem Werkzeug arbeiten - nicht mit einem Assistenten.
Und dann sind da die Objektive. Nikon hat die F-Mount-Linie, die seit 1959 existiert. Das bedeutet: Du kannst fast jedes alte Nikkor-Objektiv an deine neue Kamera schrauben. Ein 50 mm f/1.8 von 1985 kostet heute 50 Euro gebraucht - und macht genauso gute Bilder wie ein neues. Das ist ein echter Vorteil, wenn du auf dem Secondhand-Markt suchst.
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede. Canon hat den Dual Pixel AF - ein System, das jeden Punkt auf dem Bildsensor als Autofokus-Punkt nutzt. Das bedeutet: Du kannst fast überall auf dem Bildschirm scharfstellen, und es geht blitzschnell. Selbst bei Videos oder bei bewegten Motiven bleibt das Bild scharf. Das ist besonders nützlich, wenn du Familienfotos machst oder deine Hunde spielend filmst.
Nikon hat einen anderen Ansatz: Der Phase-Detection-AF ist präziser, aber langsamer. Er braucht ein paar Millisekunden länger, um zu fokussieren. In der Praxis merkst du das nur, wenn du schnell zwischen Motiven wechselst. Für statische Porträts oder Landschaften ist das kein Problem. Aber wenn du mit Kindern oder Haustieren arbeitest, ist Canon die klarere Wahl.
Wenn du auch Videos drehen willst - und viele Anfänger tun das heute - dann ist Canon wieder die bessere Wahl. Die EOS R50 kann 4K-Videos mit guter Schärfe und stabilen Farben aufnehmen. Der Bildstabilisator funktioniert auch bei Handaufnahme. Nikon hat mit der D3500 keine 4K-Fähigkeit. Sie nimmt nur Full HD auf. Und das ist 2026 ein klarer Nachteil. Wenn du planst, deine Bilder später auf YouTube oder Instagram zu teilen, brauchst du 4K. Sonst wirken deine Videos altmodisch.
Nikon D3500: bis zu 1550 Aufnahmen mit einer Ladung. Canon EOS R50: bis zu 420 Aufnahmen. Das klingt dramatisch. Und es ist es auch. Nikon spart Energie. Canon nutzt mehr Leistung für den Touchscreen, den AF und die Video-Funktionen. Wenn du den ganzen Tag unterwegs bist - ohne Steckdose - dann ist Nikon die sicherere Wahl. Wenn du zu Hause bleibst oder immer eine Powerbank dabei hast, ist Canon kein Problem.
Die Canon EOS R50 wiegt 375 Gramm mit Akku und Speicherkarte. Die Nikon D3500 wiegt 415 Gramm. Das ist kein riesiger Unterschied - aber wenn du die Kamera den ganzen Tag mit dir trägst, merkst du jedes Gramm. Canon ist leichter. Und das ist bei einem Einstiegsmodell wichtig. Du willst nicht, dass die Kamera zur Last wird.
Wenn du:
- dann ist Canon deine Kamera.
Wenn du:
- dann ist Nikon deine Kamera.
Beide Kameras liegen bei etwa 550 Euro für das Kit mit 18-55 mm-Objektiv. Es gibt keine signifikante Preisunterschiede. Der Wert liegt nicht im Preis - er liegt in der Erfahrung, die du damit machst. Canon gibt dir mehr Freiheit, Nikon gibt dir mehr Kontrolle. Beides ist wertvoll.
Du wirst nicht scheitern. Beide Kameras sind hervorragend. Du wirst lernen. Du wirst Fotos machen, die du liebst. Und nach sechs Monaten wirst du merken: Es geht nicht um die Marke. Es geht um dich. Um deine Art zu sehen. Um deine Geschwindigkeit. Um deine Geduld.
Wenn du später merkst, dass du mehr Kontrolle brauchst, kannst du immer noch auf eine höhere Canon-Kamera wechseln - oder auf eine Nikon Z50. Die Objektive sind kompatibel innerhalb der Systeme. Du musst nicht alles neu kaufen. Deine erste Kamera ist kein Endziel - sie ist dein erster Schritt.
Wenn du 2026 mit der Fotografie beginnst - und du nicht weißt, ob du später mehr Videos machen willst oder mehr manuelle Kontrolle brauchst - dann fange mit der Canon EOS R50 an. Sie ist die modernere Kamera. Sie ist einfacher. Sie macht weniger Fehler. Und sie lässt dich schneller gute Bilder machen. Das ist der beste Antrieb für Anfänger: Erfolg. Und Erfolg kommt, wenn du schnell positive Rückmeldung bekommst.
Wenn du dich aber für die alte Schule entscheidest - für Handarbeit, für Präzision, für Objektive, die 40 Jahre alt sind - dann nimm die Nikon D3500. Sie ist wie ein guter Stift: einfach, zuverlässig, und sie macht dich besser, wenn du sie richtig nutzt.
Beide sind großartig. Wähle nicht nach der Marke. Wähle nach dem, was du damit tun willst.
DSLRs wie die Canon EOS R50 oder Nikon D3500 sind heute noch völlig sinnvoll - besonders für Anfänger. Sie haben bessere Akkulaufzeit als viele spiegellose Kameras, und ihre optischen Sucher zeigen dir das Motiv echtzeitig, ohne Verzögerung. Spiegellose Kameras sind moderner und kleiner, aber für jemanden, der gerade anfängt, ist der geringere Preis und die einfache Bedienung einer DSLR oft der bessere Einstieg.
Ja, wenn du eine Canon DSLR kaufst, kannst du fast alle EF- und EF-S-Objektive verwenden, die seit 1987 hergestellt wurden. Bei Nikon funktioniert das mit allen F-Mount-Objektiven seit 1959. Du musst manchmal manuell fokussieren, aber die Bilder sind oft besser als bei neuen Einsteiger-Objektiven. Ein gebrauchtes 50 mm f/1.8 von 1990 kostet unter 60 Euro und macht hervorragende Porträts.
Beide Kameras haben ähnliche Sensoren, also ist der Unterschied gering. Canon hat eine leicht bessere Rauschunterdrückung bei hohen ISO-Werten, besonders bei Videos. Nikon hingegen hat eine etwas genauere Belichtungsmessung im Dunkeln. Für Anfänger ist Canon die einfachere Wahl, weil das Autofokus-System auch bei schwachem Licht besser funktioniert. Aber mit Stativ und manueller Belichtung macht beide Kameras hervorragende Nachtfotos.
Ja, besonders bei Nikon. Die D3500 wurde 2018 eingestellt, aber viele gebrauchte Modelle sind noch wie neu - mit weniger als 20.000 Auslösungen. Du findest sie für 300-400 Euro. Canon hat weniger gebrauchte DSLRs im Umlauf, aber die EOS 200D II ist eine gute Alternative. Achte darauf, dass der Sensor sauber ist und der Auslöser nicht klickt. Ein gebrauchtes System spart dir bis zu 50 %.
Nein. Ein billiges Stativ für 30 Euro reicht völlig aus, um Grundlagen wie Langzeitbelichtung oder Gruppenfotos zu lernen. Du brauchst kein Profi-Stativ, solange du nicht mit schweren Teleobjektiven arbeitest. Konzentriere dich zuerst auf Licht und Komposition - nicht auf Ausrüstung. Ein gutes Foto entsteht nicht durch teure Geräte, sondern durch Beobachtung.