Kameravergleich August 24, 2025

Halten Canon Kameras ihren Wert? Wiederverkaufswert 2025 mit Daten, Tipps und Beispielen

Melina Fassbinder 0 Kommentare

Du willst wissen, ob sich Canon Gear preislich gut hält - sprich, ob du in zwei, drei Jahren noch einen ordentlichen Preis dafür bekommst. Kurz: Ja, aber nicht alles gleich gut. Bessere L-Objektive sind zäh wie ein Schweizer Franken, Kamerabodies fallen schneller. Wenn du smart kaufst und richtig verkaufst, minimierst du deinen Verlust deutlich.

  • Linsen schlagen Bodies: Canon RF-L-Objektive halten nach 2-3 Jahren oft 65-75% des Kaufpreises; Bodies liegen eher bei 45-65% - abhängig von Nachfolger-Release und Zustand.
  • DSLR vs. Mirrorless: EF-Bodies (DSLR) verlieren stark; hochwertige EF-Linsen halten sich, werden aber durch die RF-Umstellung gebremst.
  • Timing regelt den Preis: Kaufen 12-18 Monate nach Launch, verkaufen 1-3 Monate bevor ein Nachfolger angekündigt wird.
  • Zustand ist alles: Top-Zustand, kompletter Lieferumfang, geringer Auslösungszähler, Rechnung - das sind harte Währungsfaktoren.
  • Schweiz-Spezifik: Ricardo/Tutti bringen oft mehr als Trade‑in, aber kosten Zeit; MPB & Co. sind bequemer, zahlen aber weniger.

Was bedeutet Wertstabilität bei Canon wirklich?

Wertstabilität ist kein Gefühl, sondern das Verhältnis aus deinem späteren Verkaufspreis zu deinem ursprünglichen Kaufpreis - bereinigt um Zeit und Zustand. Bei Canon greift zusätzlich der Systemfaktor: Die RF-Ära ist stark, die EF-Ära klingt aus. Das erklärt, warum RF-Linsen - vor allem die mit rotem Ring - im Markt deutlich besser stehen als ältere EF-Pendants.

Warum hält Canon gut? Drei Gründe: Erstens, riesige Nutzerbasis - viele Käufer bedeuten Nachfrage für Gebrauchtware. Zweitens, Pro‑Adoption - wenn Hochzeiten, Agenturen und Studios auf R5, R6 II und Co. setzen, stabilisiert das die Preise. Drittens, Mount-Strategie - das geschlossene RF-Ökosystem sorgt bei Top‑Optiken für knappe Verfügbarkeit und hohe Preise.

Wo bricht’s? Bodies verlieren, sobald ein Nachfolger mit spürbaren Upgrades erscheint (mehr Dynamik, besserer AF, 8K ohne Overheating, längere Akkulaufzeit). Dazu kommen Wellen im Markt: Cashback‑Aktionen drücken kurzfristig die Gebrauchtpreise, globale Lagerbestände und Wechselkurse spielen ebenfalls rein - in der Schweiz spürt man Promo-Phasen von Digitec/Galaxus sofort auf Ricardo.

Wenn du also auf den Wiederverkaufswert schielst, denk in zwei Schubladen: Optik (hoch, zäh, relativ sicher) und Body (sprunghaft, zyklisch, release‑abhängig).

Entscheidungshilfen: Kriterien, Formeln, Zeitpunkte

Hier sind einfache Reglen, mit denen du den künftigen Preis recht gut abschätzen kannst - ohne Excel‑Akrobatik.

  • Faustregel Body (RF, Semi‑Pro/Pro): 1. Jahr −25% bis −30%, danach −10% bis −15% pro Jahr, sofern kein großer Nachfolger kommt.
  • Faustregel Body (DSLR/EF): Sofort −35% bis −45%, danach −10% bis −15% pro Jahr. Stärkere Drops rund um spiegellose Ankündigungen.
  • Faustregel Objektive (RF L): 1. Jahr −10% bis −15%, danach −5% bis −8% pro Jahr.
  • Faustregel Objektive (RF Non‑L/EF): 1. Jahr −15% bis −25%, danach −8% bis −10% pro Jahr.

Kleine Formel zum Überschlagen: Geplanter Verkaufspreis = Kaufpreis × (1 − d1) × (1 − d2) × …, wobei d1 das erste Jahr ist, d2 das zweite usw. Beispiel R6 II nach zwei Jahren: 2’699 CHF × 0,75 × 0,9 ≈ 1’822 CHF.

Wichtige Entscheidungskriterien bei Canon:

  • Nachfolger‑Zyklus: Bodies fallen am stärksten 4-8 Wochen rund um eine Nachfolger‑Ankündigung.
  • Zustand & Historie: Rechnung, Erstbesitz, keine Servicereparaturen, niedriger Shutter/IBIS‑Zyklus - all das legitimiert 5-15% Aufschlag.
  • Kompatibilität: RF schlägt EF in der Nachfrage. EF‑Linsen mit Top‑Ruf (z.B. 135/2L, 70-200/2.8L III) bleiben okay, aber RF‑Pendants sind gefragter.
  • Knappheit: Bestimmte RF‑Linsen (24-70/2.8L, 70-200/2.8L, 100-500L) sind oft knapp. Knappheit = Preisstabilität.

Wann kaufen, wann verkaufen?

  • Kaufen: 12-18 Monate nach Launch (Kinderkrankheiten gefixt, Preis setzt sich, viel Gebrauchtangebot). Oder kurz nach großen Promos - der Gebrauchtmarkt spült dann Geräte.
  • Verkaufen: Spätestens, wenn sich Gerüchte zu einem bestätigten Nachfolger verdichten. Alternativ direkt nach einer Event‑Saison (Sommerhochzeiten), wenn Nachfrage hoch ist.

Entscheidungsbaum in Klartext:

  • Brauchst du RF oder reicht EF? Wenn RF, wähle L‑Optik, falls Budget da - hält besser.
  • Kaufst du einen Body? Schau, wie alt das Modell ist. Älter als 24 Monate? Preis verhandeln, da meist die 2. Abschreibungsstufe greift.
  • Arbeitest du bezahlt? Dann zählt Ausfallrisiko. Jüngerer Body mit Restgarantie ist oft die günstigere Gesamtrechnung als ein älterer mit höherem Ausfallrisiko.
Daten & Beispiele 2020-2025

Daten & Beispiele 2020-2025

Die Zahlen unten sind Schätzwerte aus beobachteten Verkäufen (Ricardo, eBay „verkauft“-Filter D/CH), Trade‑in-Angeboten (MPB/KEH) und Preisentwicklungen 2020-2025. Sie variieren mit Zustand/Zubehör und Währung. Sie geben dir aber eine realistische Spanne.

Modell/Optik Launch‑Preis (CHF) Typischer Gebrauchtpreis 2025 (CHF) Alter (Jahre) Hold % (≈) Notiz
Canon EOS R5 (2020) 4’399 2’300-2’600 5 52-59% Stark nachgefragt bei Pros; Drop rund um R5 II erwartet
Canon EOS R6 (2020) 2’699 1’100-1’350 5 41-50% R6 II drückt Preis; guter Einstieg für Budget‑Nutzer
Canon EOS R6 Mark II (2022) 2’699 1’600-1’900 3 59-70% Schneller AF, solide Nachfrage
Canon EOS R7 (APS‑C, 2022) 1’499 900-1’050 3 60-70% Tier‑/Sport‑Hype hält Preise
Canon 5D Mark IV (2016, EF) 3’800 1’000-1’300 9 26-34% DSLR‑Shift drückt; als Zweitbody okay
RF 24-70mm f/2.8L IS 2’599 1’750-2’000 5 67-77% Universal‑Profioptik, sehr stabil
RF 70-200mm f/2.8L IS 2’899 2’000-2’300 5 69-79% Kompakte Bauform, hohe Nachfrage
RF 100-500mm f/4.5-7.1L IS 3’099 2’300-2’600 4 74-84% Wildlife‑Liebling, oft knapp
RF 35mm f/1.8 Macro IS 599 280-340 6 47-57% Non‑L, solide, aber preissensitiv
EF 50mm f/1.2L (2007) 1’699 700-900 18 41-53% Charakterlinse, aber EF‑Mount bremst

Wie schneidet Canon gegen Sony/Nikon ab? In den letzten Jahren lagen die Toplevel‑Optiken aller drei Marken recht dicht beieinander (Pro‑Zooms ~70% nach 3-5 Jahren). Bei Bodies liegt Canon im Mittelfeld: Sonys Top‑Bodies fallen nach hartem Innovationszyklus teils schneller im ersten Jahr, stabilisieren sich dann. Nikons Z‑Schiene startete mit höheren Einbrüchen, hat sich ab Z6 II/Z8 deutlich verbessert. Diese Tendenzen zeigen MPB‑Berichte und Analysen von LensRentals (Depreciation‑Kurven), auch wenn genaue Prozente je nach Releasejahr schwanken.

Extra Blick Schweiz: Auktionen auf Ricardo erzielen oft 5-10% mehr als Sofortkauf‑Inserate, wenn du gutes Bildmaterial, ehrliche Beschreibung und 7‑Tage‑Auktionen nutzt. Tutti/Anibis funktionieren gut lokal, aber sichere Zahlung beachten. Trade‑in (MPB, rebuy) ist bequemer, zahlt meist 15-25% unter Privatverkauf - dafür Null Stress.

Praxis: Kaufen/Verkaufen mit maximalem Wiederverkaufswert

So holst du das meiste raus - Schritt für Schritt.

Verkaufen - Schritt‑für‑Schritt:

  1. Vorbereitung: Sensorreinigung, Body/Linsen säubern, Firmware aktuell, Shuttercount/IBIS‑Infos notieren. Zubehör sammeln (Originaldeckel, Streulichtblende, OVP, Rechnung).
  2. Dokumentation: Tageslichtfotos aus allen Winkeln, Makros von Gebrauchsspuren, Bildschirm an, Ports offen, Seriennummer sichtbar. Zwei Beispielbilder, die zeigen, dass AF/Sensor passt.
  3. Preis festlegen: Auf Ricardo/eBay „verkauft“ filtern, Median nehmen. Für Top‑Zustand + OVP + Rechnung 5-10% drauf; bei Kratzern/ohne OVP 10-15% runter.
  4. Timing: Nicht direkt nach großen Cashbacks. Besser: vor Saisonstarts (April/Mai, August) oder kurz bevor ein Nachfolger nur gerüchteweise existiert, aber noch nicht bestätigt ist.
  5. Listing schreiben: Klar, knapp, ehrlich: Kaufdatum, Erstbesitz ja/nein, Einsatzzweck, Lagerung, Servicehistorie. Keine Superlative, die keiner glaubt - Vertrauen verkauft.
  6. Sichere Abwicklung: In CH bevorzugt Abholung mit Echtzeit‑Überweisung/TWINT. Versand nur versichert. Keine „Zahlung per Treuhand unbekannter Anbieter“.

Kaufen - Schritt‑für‑Schritt:

  1. Bedarf klären: Was verdienst du mit dem Gerät? Wenn es Einkommen bringt, priorisiere Zuverlässigkeit/Restgarantie; wenn Hobby, kalkuliere mehr Zeit für Suche und Prüfung.
  2. Modellwahl: Prüfe Releasealter und Gerüchtelage. Steht ein Nachfolger an, verhandle härter oder warte auf den Preisrutsch.
  3. Prüfung vor Ort: Seriennummer, Auslösungen, Hot‑Pixels (Langzeitbelichtung testen), IBIS/AF, Karten‑Slots, USB/HDMI, Blitzschuh. Bei Linsen: Front/Backfokus, Dezentrierung (Backstein‑Test), Pilz (Taschenlampe), IS‑Geräusche.
  4. Preisanker: Bring Referenzpreise (Screenshots von „verkauft“-Listings). Nenne Gründe sachlich: Zustand, Alter, fehlendes Zubehör. Lass 5-8% Verhandlungsspielraum.
  5. Abschluss: Schriftliche Quittung mit Seriennummer, Datum, Preis, „Privatverkauf, keine Gewährleistung“. Foto von Gerät + Quittung für deine Unterlagen.

Checkliste „Wertstabil kaufen“:

  • RF statt EF, wenn du lange halten willst - besonders bei L‑Optiken.
  • Bewährte Brennweiten: 24-70/2.8L, 70-200/2.8L, 100-500L, 35/1.8 als Budget‑Allrounder.
  • Body mit Restgarantie bevorzugen, wenn du damit Geld verdienst.
  • Kompletter Lieferumfang, OVP, Rechnung - immer ein Plus.
  • Firmware aktiv gepflegt? Prüfen im Canon‑Supportbereich.

Checkliste „Teurer verkaufen“:

  • Makellose Bilder, ehrlicher Text, kein Nebel. Zeig Makel offen.
  • Rechnung, OVP, Zubehör = +5-10% Preis.
  • 7‑Tage‑Auktion bei hoher Nachfrage, Sofortkauf bei Nischenprodukten.
  • Antwortzeit unter 1 Stunde. Schnelle Kommunikation hebt Vertrauen.
  • Saison nutzen: Frühling/Spätsommer verkaufen, Winter kaufen.

Typische Fehler (und wie du sie vermeidest):

  • Zu lange warten: Sobald ein Nachfolger offiziell ist, rutscht der Preis - verkaufe vorher.
  • Keine Service‑Historie: Heb alle Mails/Rechnungen auf, mach ein Zustandsprotokoll.
  • Unscharfe Fotos im Listing: Das kostet dich direkt Geld. Gute Fotos sind Pflicht.
  • Falsche Plattform: Seltene High‑End‑Optik? International listen (mit Vorsicht). Massenware? Lokal, schnell und sicher.
Mini‑FAQ & Nächste Schritte

Mini‑FAQ & Nächste Schritte

FAQ - kurze Antworten auf die häufigsten Fragen:

  • Halten Canon Linsen ihren Wert besser als Bodies? Ja, deutlich. RF‑L bleiben am stärksten, Non‑L und alte EF verlieren mehr.
  • Ist EF tot? Nein, aber der Käuferkreis schrumpft. Gute EF‑Linsen mit Charakter bleiben gefragt, aber die Spitze gehört RF.
  • Wie wichtig ist der Shuttercount? Sehr. Unter 50’000 bei R5/R6 wirkt beruhigend. Video dominiert? Dann Check auf Überhitzungs‑Historie sinnvoll.
  • Zählt die OVP wirklich? Ja. Karton + alle Teile bedeuten Sorgfalt - Käufer zahlen dafür.
  • Drücken Cashbacks den Gebrauchtpreis? Kurzfristig ja. Warte 4-6 Wochen nach Aktionen mit dem Verkauf.
  • Graue Importware? Schwierig weiterzuverkaufen. Ohne regional gültige Garantie sinkt der erzielbare Preis.
  • Firmware‑Updates - Wertfaktor? Wenn Updates Bugs fixen oder Features bringen (Tier‑AF‑Verbesserungen etc.), steigt die Attraktivität.

Nächste Schritte - je nach Situation:

  • Hobbyfotografin mit EF‑Set: Behalte 1-2 Lieblingslinsen mit Adapter, verkaufe Rest zeitnah. Investiere in eine RF‑Allroundlinse, die du oft nutzt.
  • Freelance‑Pro in Zürich: R6 II behalten bis zum bestätigten Nachfolger. R5? Verkaufe vor R5 II‑News, wenn du nicht zwingend 8K brauchst. Optiken: 24-70/2.8L und 70-200/2.8L halten - sie sichern Jobs ab und bleiben preisstark.
  • Wildlife‑Fan: RF 100-500L nicht zu schnell hergeben - Nachfrage ist konstant. Wenn Upgrade auf eine Festbrennweite geplant ist, im Frühling verkaufen (Reisezeit‑Peak).
  • Budget‑Upgrade: Warte auf die Preisdelle nach Canon‑Promos. Greif zu gepflegter Gebrauchtware mit Rechnung, spar 25-35% und bleib flexibel.

Kurzer Quellen‑Hinweis für die Zahlenfreunde: Beobachtete Verkaufspreise stammen aus Ricardo/eBay (verkauft‑Filter, D/CH), Trade‑ins von MPB/KEH; Depreciation‑Trends für Bodies/Linsen wurden wiederholt von LensRentals (Roger Cicala) analysiert und decken sich mit den 2023/2024er MPB‑Reports. Werte sind Richtgrößen - dein Zustand, dein Timing und deine Bilder im Listing verschieben das Ergebnis.

Wenn du magst, erstelle dir eine kleine Tabelle mit deinem Kaufpreis, Alter in Jahren und den oben genannten Abschreibungsfaktoren. So siehst du in zwei Minuten, ob sich das Upgrade heute, in drei Monaten oder zur nächsten Saison lohnt.