Geschlechtsneutral: Was das für Fotografie und Mode bedeutet

Was bedeutet geschlechtsneutral, eine Haltung, die Geschlechterklischees in Bildern abbaut und Menschen unabhängig von traditionellen Rollen darstellt. Auch bekannt als genderfluid, ist es kein Trend, sondern eine notwendige Veränderung in der Bildsprache – besonders in der Fotografie, wo lange Zeit nur zwei Seiten der Realität gezeigt wurden. Du siehst es in Werbekampagnen, auf Social Media, in Modezeitschriften: Menschen, die sich nicht in die Boxen "Mann" oder "Frau" pressen lassen. Und Fotografen, die das mit der Kamera sichtbar machen – ohne zu verklären, ohne zu stigmatisieren.

Dieser Ansatz hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Modefotografie, die Authentizität über Konvention stellt und Identität sichtbar macht, ohne sie zu definieren. Wer früher nur klassische Schönheitsideale fotografierte, verliert heute an Relevanz. Die echten Geschichten – diejenigen, die nicht in die Norm passen – werden jetzt gesucht. Das sind nicht nur Models, die sich als nicht-binär identifizieren. Das sind auch Kinder, die in überwiegend männlichen oder weiblichen Outfits fotografiert werden, ohne dass jemand danach fragt. Das sind Porträts von Menschen, deren Ausdruck nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmt – und die trotzdem strahlend wirken, weil sie endlich gesehen werden.

Die Kamera ist kein neutraler Beobachter. Sie formt, was wir als normal empfinden. Wenn du jahrelang nur Männer in Anzügen und Frauen in Kleidern gesehen hast, dann glaubst du, das sei die Wahrheit. Doch die Wahrheit ist vielfältiger. Fotografen wie Diane Arbus, eine Pionierin, die Menschen außerhalb der Norm mit Respekt und ohne Sensationslust porträtierte, haben das schon vor Jahrzehnten gezeigt. Heute geht es nicht mehr darum, "außergewöhnlich" zu sein. Es geht darum, einfach zu sein – und das mit der gleichen Würde wie jeder andere.

Was du in dieser Sammlung findest, sind Beispiele, wie Fotografie diese Veränderung abbildet. Von TikTok-Content, der Gender nicht thematisiert, sondern einfach lebt, bis hin zu Modefotografien, die ohne Klischees arbeiten. Du findest Interviews mit Fotografen, die bewusst keine Gender-Labels nutzen. Und du siehst, wie Kameras und Lichtsetzungen sich anpassen – nicht um zu verändern, sondern um zu zeigen. Es geht nicht darum, jemanden zu verändern. Es geht darum, ihn so zu sehen, wie er ist.

18 November 2025 0 Kommentare Melina Fassbinder

Ist Louis Vuitton geschlechtsneutral? Was hinter der Marke steckt

Louis Vuitton hat seine Mode komplett geschlechtsneutral gestaltet - ohne Labels, ohne Geschlechtertrennung. Wie die Marke mit Design, Fotografie und Kunden die Zukunft der Mode neu definiert.